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DPI, PPI und Fotodruck: wie viele Pixel ein Abzug braucht

„Das Bild hat nur 72 dpi“ ist einer der hartnäckigsten Sätze rund um den Fotodruck – und fast immer irreführend. Entscheidend ist nicht die dpi-Zahl in der Datei, sondern wie viele Pixel vorhanden sind.

Zuletzt aktualisiert am

PPI und DPI – zwei Begriffe, eine Alltagsbedeutung

PPI steht für Pixel pro Zoll und beschreibt, wie dicht die Bildpunkte auf einer bestimmten Ausgabefläche liegen. DPI steht für Druckpunkte pro Zoll und beschreibt, wie fein ein Drucker Farbtropfen setzt – ein Tintenstrahldrucker mit 1440 dpi setzt viele Tropfen, um einen einzelnen Bildpunkt darzustellen.

Im Alltag – bei Fotodiensten, in Bildbearbeitung und Druckvorgaben – meint „300 dpi“ fast immer 300 Pixel pro Zoll, also PPI. Dieser Artikel benutzt die Begriffe deshalb so, wie sie dir dort begegnen.

Ein Bild hat keine Zentimeter

Eine Bilddatei besteht aus Pixeln, sonst nichts. Die dpi-Zahl, die in der Datei steht, ist nur eine Notiz: „Wenn du mich ausgibst, tu es bitte in dieser Dichte.“ Sie verändert kein einziges Pixel.

Genau deshalb ist die 72-dpi-Warnung meist harmlos. Ein Foto mit 3000 × 2000 Pixeln und der Notiz „72 dpi“ enthält exakt dieselbe Bildinformation wie dasselbe Foto mit der Notiz „300 dpi“. Erst die Kombination aus Pixelzahl und gewünschter Druckgröße ergibt die reale Auflösung.

Die Rechnung

Ein Zoll sind 2,54 cm. Daraus folgt: benötigte Pixel = Länge in cm ÷ 2,54 × dpi. Für die kurze Kante eines 10 × 15-Abzugs bei 300 dpi also 10 ÷ 2,54 × 300 = 1181 Pixel.

Formatbei 300 dpibei 150 dpi
10 × 15 cm1181 × 1772 px591 × 886 px
13 × 18 cm1535 × 2126 px768 × 1063 px
15 × 20 cm1772 × 2362 px886 × 1181 px
20 × 30 cm2362 × 3543 px1181 × 1772 px
A4 (21 × 29,7 cm)2480 × 3508 px1240 × 1754 px
Benötigte Pixelmaße für gängige Formate. 300 dpi ist der Standard für Fotoabzüge, 150 dpi eine brauchbare Untergrenze für größere Betrachtungsabstände.

Umgekehrt gerechnet: Ein 12-Megapixel-Handyfoto mit 4032 × 3024 Pixeln reicht bei 300 dpi für gut 34 × 25 cm. Für 10 × 15 cm hat es also reichlich Reserve.

Was 72, 150 und 300 dpi praktisch bedeuten

  • 72 dpi: eine historische Bildschirmkonvention. Für Druck praktisch nie ausreichend – ein 10 × 15-Abzug bräuchte danach nur 284 × 425 Pixel und würde sichtbar grob.
  • 150 dpi: sichtbar weicher als 300 dpi, aber bei Postern und großen Formaten, die man aus zwei Metern Abstand betrachtet, völlig in Ordnung.
  • 300 dpi: der Standard für Fotoabzüge und Fotobücher. Darüber hinaus bringt mehr Auflösung dem Auge auf normalem Betrachtungsabstand nichts mehr.

Warum Hochrechnen nichts bringt

Wenn ein Ausschnitt für 300 dpi zu wenig Pixel hat, lässt er sich zwar rechnerisch vergrößern – aber die fehlenden Details kann keine Software erfinden. Sie interpoliert Zwischenwerte, das Ergebnis wird weicher, nicht besser. Die Datei wächst, die Bildinformation nicht.

Deshalb rechnet Foto auf Format anpassen nie hoch. Reicht der gewählte Ausschnitt für 300 dpi, exportiert das Tool exakt die Druckmaße; reicht er nicht, exportiert es die tatsächlich vorhandenen Pixel und zeigt die erreichte dpi-Zahl offen an – etwa 214 statt 300. Diese Zahl wird auch wirklich in die Datei geschrieben, nicht nur angezeigt.

Das Seitenverhältnis ist der zweite Stolperstein

10 × 15 cm hat das Seitenverhältnis 2:3. Viele Kameras und Smartphones fotografieren aber in 4:3, manche in 16:9. Solche Fotos passen nicht exakt auf das Papier – irgendetwas muss weg.

Wer nichts tut, überlässt diese Entscheidung dem Fotoservice, der meist mittig beschneidet. Das trifft im Zweifel genau den Kopf am Bildrand. Ein eigener Zuschnitt vorher – zum Beispiel über Foto auf 10 × 15 anpassen – kostet zehn Sekunden und legt fest, was auf dem Abzug landet.

Kurz zusammengefasst

Die dpi-Zahl in einer Datei ist eine Notiz, keine Eigenschaft des Bildes. Was zählt, sind Pixel: cm ÷ 2,54 × dpi ergibt, wie viele du brauchst. 300 dpi für Abzüge, 150 dpi für große Formate mit Abstand. Und weil Hochrechnen keine Details erzeugt, ist die ehrliche Angabe der erreichten Auflösung mehr wert als eine schön aussehende Zahl.

Häufige Fragen

Mein Fotoservice verlangt 300 dpi – mein Bild hat 72. Was tun?

Zuerst nachrechnen statt umstellen. Teile die Pixelbreite durch die gewünschte Druckbreite in Zoll (cm ÷ 2,54). Kommt dabei 300 oder mehr heraus, ist alles in Ordnung, und es genügt, die dpi-Notiz in der Datei zu setzen. Kommt weniger heraus, fehlen tatsächlich Pixel – dann hilft nur ein kleineres Format oder ein höher aufgelöstes Original.

Reicht ein Handyfoto für einen 10 × 15-Abzug?

In aller Regel ja. Schon 8 Megapixel liegen deutlich über den benötigten 1181 × 1772 Pixeln. Knapp wird es erst, wenn stark hineingezoomt oder ein kleiner Ausschnitt vergrößert wurde.

Verändert eine andere dpi-Angabe die Qualität meines Bildes?

Nein, solange die Pixel unangetastet bleiben. Das Ändern der dpi-Notiz ist eine reine Metadaten-Änderung. Qualität geht erst verloren, wenn die Pixelmaße selbst verändert werden.

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